Bauberatung  in Niedersachsen

Baurecht und ArchitektenrechtEin Hausbau ist ein sehr weitreichendes Thema. Neben einer guten Planung sollten die Bauherren jedoch auch über die rechtliche Seite des Projektes Bescheid wissen, denn hier lauern böse Stolperfallen. Damit ist jedoch nicht allein der Bauvertrag gemeint, sondern auch die mit dem Hausbau zusammenhängende Dinge, die die Bauherren beachten müssen. Architektenvertrag, Sachverständige, Nachbarrecht sowie die mitunter regional unterschiedlichen  Bauordnungen sind hierbei die zentralen Themen, über welche die Bauherren in jedem Fall informiert sein müssen, wenn sie an ihrem Eigenheim auch noch nach vielen Jahren Freude haben wollen.

Der Bauvertrag (Bauvertragsrecht)

Mit Abschluss des Bauvertrags erteilt der Bauherr dem Bauträger den Auftrag, das Eigenheim in seinem Namen zu errichten. Hier ist es immens wichtig darauf zu achten, dass es einen verbindlichen Termin für die Fertigstellung gibt und sämtliche für die Errichtung den Hausbau erforderlichen Maßnahmen im Gesamtpreis enthalten sind. Viele Bauträger nutzen derartige Lücken aus, um während der Bauphase den Bauherren weitere Leistungen zu verkaufen. Hierbei gilt der Grundsatz: Wer bauen will, muss kleinlich sein! Wer jedoch denkt, dass die Rechtsgrundlage für einen Bauvertrag automatisch das Baurecht ist, sieht sich grundlegend getäuscht. Auch die VOB, die häufig bei Bauverträgen formuliert sind, sind lediglich bei öffentlichen Auftraggebern zwingend vorgeschrieben und schränken die Rechte der privaten Bauherren stark ein. Daher sollte der Bauherr vorab mit dem Bauträger abklären, nach welcher Rechtsgrundlage der Vertrag geschlossen wird. Nach deutschem Schuldrecht gilt der Bauvertrag als Werkvertrag und hat daher das BGB als Rechtsgrundlage. Ebenfalls ein wichtiger Punkt des Vertrages ist die Regelung der Gewährleistung. Doch bevor überhaupt mit dem Bau losgeht, steht der Gang zum Architekten an.
Weitere Informationen unter www.zbo.de/baurecht/bauvertragsrecht-2018.html

Der Architektenvertrag (Architektenrecht)

Ein Architekt ist der Ansprechpartner für den Bauherrn, wenn es um die Planung des Eigenheims geht. Seine Rechte und Pflichten sind im Architektenrecht festgeschrieben. Er übernimmt die Berechnungen der Statik, berät die Bauherren bei baulichen Schwierigkeiten und beantragt bei der zuständigen Baubehörde die erforderlichen Genehmigungen. Sind diese erteilt, überwacht er zudem in regelmäßigen Abständen die Baufortschritt. Damit er jedoch im Auftrag des Bauherrn handeln kann, muss zunächst ein Architektenvertrag zwischen beiden Parteien geschlossen werden. Der Architektenvertrag gilt ebenfalls als Werkvertrag, das Honorar des Architekten ist hingegen in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) geregelt. Die rechtliche Grundlage für den Werkvertrag ist jedoch das BGB und nicht die HAOI. Dieser Umstand ist für Bauherren dann wichtig, wenn es um die Haftungsfrage des Architekten geht. Jeder Architekt ist  verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen, da er im Falle eines Statikberechnungsfehlers oder für Fehler aus seiner Tätigkeit gegenüber dem Bauherrn haftungspflichtig ist. Das Architektenrecht sieht ebenfalls vor, dass der planende Architekt das Urheberrecht berücksichtigt, da es durchaus vorkommen kann, dass er bei seiner Planung auf das Recht des geistigen Eigentums Rücksicht nehmen muss. Allerdings gilt dies auch für den Bauherrn: In Einzelfällen kommt es vor, dass das Gebäude oder Teile davon später nicht wesentlich verändert werden dürfen, weil dies gegen das Urheberrecht verstoßen würde. Das ist bei einem hohen Ausmaß an Individualität - in der Rechtsprechung ist hier von Gestaltungshöhe die Rede - der Fall.
Weitere Informationen unter www.abir.eu/architektenrecht.html

Baurecht in Bezug auf die Gewährleistung

Die Gewährleistung ist wohl für den Bauherren das wichtigste vertraglich geregelte Recht, da es seinen Anspruch auf Mängelbeseitigung oder Ersatz begründet, wenn beim Bau etwas schief läuft. Aber auch nach der Schlüsselübergabe greift die Gewährleistung des Bauträgers im vertraglich vereinbarten Zeitraum für Schäden am Eigenheim, sofern diese dem Bauträger angelastet werden können. Es gibt jedoch gemäß BGB und VOB Gewährleistungsausschlüsse, die im Bauvertrag geregelt sein müssen. Beide Vertragsbedingungen sehen auch unterschiedliche Fristen für den Anspruch der Gewährleistung vor. Das BGB gibt eine Verjährungsfrist von 5 Jahren vor, die VOB hingegen lediglich 4 Jahre.
Weitere Informationen unter www.hausbauberater.de/gewaehrleistung und www.hausbauberater.de/gewaehrleistung-verjaehrung

Das Nachbarrecht

Das Nachbarrecht wird in privates und öffentliches Nachbarrecht unterschieden und regelt die Beschränkungen, die sich aufgrund der benachbarten Lage von Grundstücken ergeben. Grenzen, etwaiges Gewohnheitsrecht in der Nutzung des Grundstücks sowie Mauerbelassungsrechte sind hierin geregelt. Der Bauherr sollte daher vor dem Erwerb des Grundstücks einen genauen Blick in den Grundbuchauszug werfen.
Weitere Informationen unter www.hausbauberater.de/nachbarrecht

Der Sachverständige im Baurecht und Beweissicherung

Da der normale Bauherr sicherlich keinen großen bautechnischen Vorkenntnisse hat, ist der Sachverständige wichtig beim Bau und der Abnahme des Gebäudes, da dieser Schäden und Mängel feststellen kann, die der Bauherr nicht erkennt. Sollte der Sachverständige vor der endgültigen Hausabnahme versteckte Mängel finden, so ist es sehr wichtig, eine gerichtsfeste Beweissicherung vorzunehmen. Fotos und das Sachverständigengutachten sind hierbei sehr gute Instrumente für die Aufforderung zur Mängelbeseitigung. In jedem Fall ist es ratsam, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, da sehr viele Fälle letzten Endes juristisch geklärt werden müssen. Weitere Informationen unter www.hausbauberater.de/baurecht-sachverstaendige

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